Kognitive Therapie

Das typische Kennzeichen des Menschen ist sein reflexives Bewusstsein: Im Gegensatz zum Instinktverhalten der Tiere weiß der erwachsende Mensch in der Regel, was auf seine Gesten/Worte/Verhalten folgt. Er kann auf sich selbst aus der Perspektive eines anderen schauen. Die Vermutungen (Erwartungen, Projektionen) einer Person darüber, wie sie aus den allgemeinen Perspektiven der anderen aussehen mag und was diese wohl von ihr erwarten könnten (= Normen und Werte der Gesellschaft) betreffen, in extremer Kürze dargestellt, bilden den Grundstein des reflexiven Bewusstseins. In der Soziologie entstand daraus die Theorie des „Symbolischen Interaktionismus“.

Bei der kognitiven Umstrukturierung geht es primär um die Veränderung der internen Bewertungs-, Verarbeitungs- und Argumentationsmuster, die dem Verhalten zugrunde liegen, bei depressiver Störung z.B. oft als „kognitive Trias“ bekannt: negatives Selbstbild, negative Interpretation der Lebenserfahrungen und nihilistischer Sicht der Zukunft.